GAP – Gute Arbeitsbedingungen in der Pflege
1. GAP Projekt"Information und Kommunikation"
Abschlussbericht des 1. GAP-Projekts
Im Sommer 2024 haben wir im Rahmen des GAP-Projektes „Gute Arbeitsbedingungen in der Pflege“ eine strukturierte Bedarfsanalyse durchgeführt. Ziel war es, gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden herauszuarbeiten, welche Handlungsfelder zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der stationären Pflege besonders relevant sind.
Auf Grundlage der Ergebnisse wurde der Leitfaden „Information und Kommunikation“ als zentrales Projektthema ausgewählt. In zwei bereichsübergreifend besetzten Projektgruppen haben Mitarbeitende aus unterschiedlichen Berufsgruppen intensiv an diesem Schwerpunkt gearbeitet. Begleitet wurde der Prozess durch unseren Coach Michael Groß.
Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem:
- die kritische Reflexion bestehender Kommunikations- und Informationswege
- die bewusste Auseinandersetzung mit Schnittstellen zwischen den Bereichen
- der Ausbau eines offenen Austauschs und eines gemeinsamen Verständnisses von Abläufen und Zuständigkeiten
Die Projektarbeit hat spürbare Veränderungen angestoßen:
Arbeitsprozesse wurden hinterfragt, Strukturen geschärft und der bereichsübergreifende Austausch nachhaltig gestärkt. Besonders wertvoll war dabei der gemeinsame Blick auf das, was bereits gut funktioniert – und auf das, was gezielt weiterentwickelt werden kann.
Der Abschluss des GAP-Projektes markiert für uns keinen Endpunkt, sondern einen wichtigen Meilenstein. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen kontinuierlich in unseren Arbeitsalltag ein und bilden eine tragfähige Grundlage für weitere Entwicklungsprozesse. Das Projekt hat den Zusammenhalt gestärkt und unser Wir-Gefühl nachhaltig gefördert.
2. GAP Projekt
"Weiterdenken. Weiterentwickeln. Gemeinsam gestalten."
Weiterentwicklung auch in 2026
Gute Arbeitsbedingungen verstehen wir als fortlaufenden Entwicklungsprozess. Aufbauend auf den Erkenntnissen aus dem ersten GAP-Projekt beschäftigen wir uns im zweiten Projekt auch weiterhin intensiv mit Strukturen, Arbeitsabläufen und Rahmenbedingungen, die den Arbeitsalltag unserer Mitarbeitenden positiv beeinflussen.
Ein zentrales Element dieser kontinuierlichen Weiterentwicklung ist die regelmäßige Durchführung von Mitarbeitendenbefragungen. Sie geben uns wertvolle Hinweise darauf, wo Handlungsbedarf besteht und welche Maßnahmen sich im Alltag bewähren. Die Ergebnisse fließen gezielt in unsere Planungen und Projekte ein.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit PeBeM (Personalbemessung). Dabei betrachten wir nicht nur quantitative Aspekte, sondern auch die qualitative Ausgestaltung von Arbeitsprozessen. Bereichsübergreifende Kommunikation spielt hierbei ebenso eine zentrale Rolle wie die konsequente Bewohnerorientierung.
Aus diesen Entwicklungsprozessen sind bereits konkrete Angebote entstanden. So wurde beispielsweise ein Abendangebot in der Betreuung entwickelt, das die Bedürfnisse unserer Bewohnerinnen und Bewohner stärker berücksichtigt und gleichzeitig neue Gestaltungsspielräume für Mitarbeitende eröffnet.
Unsere Erfahrung zeigt: Gute Arbeitsbedingungen entstehen dort, wo Mitarbeitende beteiligt werden, Kommunikation bewusst gestaltet wird und Bewohnerorientierung als gemeinsamer Auftrag verstanden wird. Diesen Weg gehen wir auch künftig – gemeinsam, reflektiert und mit Blick auf nachhaltige Qualität in der Pflege.
3. GAP Projekt
"Rollentausch"
Perspektivwechsel für mehr Verständnis und Zusammenarbeit
Im Rahmen der GAP-Projekte „Gute Arbeitsbedingungen in der Pflege“ wurde neben den inhaltlichen Projektgruppen ein weiterer wichtiger Baustein zur Stärkung der Zusammenarbeit umgesetzt: das Projekt „Rollentausch – Perspektivwechsel“.
Ziel dieses Projektes ist es, das bereichsübergreifende Verständnis innerhalb unseres Hauses zu fördern und den Blick füreinander zu schärfen. Mitarbeitende aus den Bereichen Pflege, Betreuung, Küche sowie Verwaltung erhalten die Möglichkeit, wechselseitig in den jeweils anderen Abteilungen zu hospitieren. Dadurch können sie unmittelbare Einblicke in Arbeitsabläufe, Anforderungen und Herausforderungen der Kolleginnen und Kollegen gewinnen.
Im Anschluss an die Hospitationen werden die persönlichen Eindrücke und Erfahrungen reflektiert und zurückgemeldet. Diese Rückmeldungen machen deutlich, wie wertvoll der direkte Perspektivwechsel ist: Abläufe werden besser nachvollziehbar, Schnittstellen bewusster wahrgenommen und gegenseitige Erwartungen klarer verstanden.
Der Rollentausch trägt wesentlich dazu bei, das bereichsübergreifende Miteinander zu stärken und das Verständnis für die Gesamtorganisation zu vertiefen. Der Blick über den eigenen Arbeitsbereich hinaus fördert nicht nur die Zusammenarbeit im Alltag, sondern unterstützt auch ein gemeinsames Selbstverständnis als ein Team, das gemeinsam Verantwortung trägt.
Das Projekt „Rollentausch – Perspektivwechsel“ ist damit ein weiterer Baustein auf unserem Weg, Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern, Kommunikation zu stärken und Zusammenarbeit bewusst zu gestalten.
4. Projekt
PeBeM- Personalbemessungsverfahren
Die Personalbemessung kurz PeBeM in der stationären Pflege ist ein neues, bundesweit einheitliches Verfahren, das seit dem 1. Juli 2023 die Personalplanung in vollstationären Pflegeeinrichtungen regelt.
Ziel der PeBeM ist es, den Personalbedarf nach wissenschaftlich fundierten Standards transparent und einheitlich zu erfassen und so die Pflegequalität nachhaltig zu verbessern.
Zuvor gab es in den verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Regelungen und Personalrichtwerte, die durch die PeBeM abgelöst werden. Die Grundlage dafür wurde bereits im Pflegestärkungsgesetz II von 2016 gelegt. Ein Expertenteam unter Leitung des Gesundheitsökonomen Prof. Dr. Heinz Rothgang entwickelte ein Verfahren, das qualitative und quantitative Anforderungen an das Personal in Pflegeeinrichtungen berücksichtigt.
Mit der Einführung der PeBeM wird eine klare und verlässliche Grundlage für die Personalplanung geschaffen, die bundesweit die Pflegekräfte entlasten und die Betreuung pflegebedürftiger Menschen verbessern soll.
Zukunftsorientierte Pflege mit PeBeM - Neue Wege gehen
Die Einführung des neuen Verfahrens geschieht bei uns in der Einrichtung Schritt für Schritt, damit das Team entsprechend den Kompetenzen der Mitarbeitenden und Anpassung der Aufgabenbereiche aufgebaut werden kann.
Wohnbereichsanalyse, Bewohnerwünsche, sowie Schichtabläufe wurden erfasst. Weiterqualifizierung der Mitarbeitenden, sowie der Leitungskräfte haben bereits stattgefunden.
Derzeit laufen die Vorbereitungen für qualifikationsorientierte Touren. Diese werden sich an den Bedürfnissen der Bewohner/innen orientieren, sowie an den Kompetenzen der Mitarbeitenden.
Dies ermöglicht den Mitarbeitenden größere Flexibilität in ihrer Arbeit, die Zufriedenheit der Mitarbeitenden steigt und durch die qualifikationsbezogenen Touren, wird die Bezugspflege zukünftig aktiv über die Dienstplanung gesteuert.
Die Einführung von PeBeM sehen wir als CHANCE, Pflege neu zu denken und eine hohe Qualität sicherzustellen und dabei die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden zu verbessern.